1706/1707 errichteten die Lutheraner ihre Kirche, für die Fürstin Henriette Amalie den Bauplatz, Holz und Steine zur Verfügung stellte. Es handelte sich um eine rechteckige Bruchsteinkirche mit einem dreigeschossigen Turm. Von diesem sind heute noch die Seitenmauern des Kirchenschiffes erhalten.
Ab 1800 war es katholischen Christen wieder möglich, sich im evangelischen Diez niederzulassen. Die Gottesdienste der evangelischen Gemeinde fanden inzwischen in der Diezer Stiftskirche statt. Die leerstehende lutherische Kirche wurde vom Militär als Magazin genutzt.
Der erste Limburger Bischof Jakob Brand unterstützte die Bemühungen der Diezer Katholiken, die alte lutherische Kirche zu mieten. Später konnte die Kirche gekauft werden und wurde dann dem heiligen Bonifatius geweiht.
In den Jahren 1949 bis 1955 wurde die Kirche grundlegend renoviert. So wurde an der Chorwand ein neuer Tischaltar aus altem roten Diezer Marmor aufgestellt. 1960 wurde ein 32 Meter hoher Stahlbetonturm errichtet, in dem auch die Sakristei untergebracht ist.