Diez royal - Auf den Spuren des niederländischen Königshauses in Diez
Unter Fürstin Henriette Amalie, geboren 1666 in Kleve, gestorben 1626 in Diez, wurde die Stadt bedeutend vergrößert. Mit klarem Blick für die Zukunft plante sie bewusst einen neuen Stadtteil, dessen Zentrum der Marktplatz war, und erließ dafür eine klare Bauordnung. Um den Zuzug attraktiv zu machen, gewährte sie zahlreiche Vergünstigungen: Den sich ansiedelnden Lutheranern sicherte sie freie Religionsausübung und den Bau einer Kirche zu (heute die Katholische Herz Jesu-Kirche). Bauland wurde unentgeltlich abgegeben und zwanzig Jahre lang wurde Steuerfreiheit gewährt.
So entstand auf dem sumpfigen Gelände außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern die Neustadt, ein großzügiges Stück Stadterweiterung, das neue wirtschaftliche und soziale Möglichkeiten eröffnete. Um ein repräsentatives Erscheinungsbild zu schaffen, wurden die Fassaden der neuen Wohnhäuser einheitlich gestaltet, Fensterbänke angeglichen, Trauf- und Fensterhöhen durchgehend festgelegt und die Höhe der Mansardendächer vereinheitlicht.
Heute finden auf dem Marktplatz viele Veranstaltungen statt. Außerdem führt der Lahnwanderweg über den Marktplatz. Neben dem Kiosk am Markt befindet sich eine Info-Tafel, die den rheinland-pfälzischen Teil des Lahnwanderwegs von Diez bis Lahnstein beschreibt.